Den folgenden Beitrag hatte ich angefangen zu schreiben als Linus 6 Monate alt war. Eigentlich sollte es sein 6-Monats-Brief werden, aber irgendwie scheint mich damals etwas anderes beschäftigt zu haben, was ich mit dem zeitlichen Abstand natürlich nicht mehr so genau weiß. Aber dennoch gibt es diese Momente natürlich nach wie vor, daher wollte ich den Text nicht in den Papierkorb verschieben, sondern hebe ihn auf. Ich habe damals geschrieben:
Ein halbes Jahr bist Du schon alt, es ist wirklich Wahnsinn wie die Zeit vergeht. An dieser Stelle möchte ich einmal nicht den üblichen Report über Neuerungen und Entwicklungen abliefern. Vielmehr möchte ich zurückblicken auf das letzte halbe Jahr und die Veränderungen die es so gebracht hat bzw. Du die mitgebracht hast 🙂
Lieber Linus, Du hast unser Leben ganz schön verändert. Aber doch nicht so radikal wie ich es mir vorgestellt habe. Letztendlich sind wir die gleichen Menschen geblieben, wir haben nur neue Seiten an uns entdeckt. Ich habe noch nie einen Menschen so schnell so dermaßen in mein Herz geschlossen wie Dich, eher noch – Du bist ein Teil meines Herzens geworden. Wenn ich Dich beobachte könnte ich Dich manchmal nehmen und ganz fest knuddeln. Da mache ich auch oft genug, aber ich könnte es noch öfter machen.
Manchmal überkommen mich aber auch schlimme Gedanken, was wäre wenn Dir was passieren würde, Du morgen nicht mehr aufwachen würdest, jemand Dich mir wegnehmen würde, etc. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie schlimm das wäre. Deswegen versuche ich so etwas auch nicht zu denken. Dementsprechend kann ich auch keine Filme mehr über Kindesentführungen, -misshandlungen und ähnlichem schauen.
[18.04.2013]
Tja, wie gesagt, auch heute gibt es diese Momente, dass ich ein Kind oder beide knuddeln und drücken möchte, weil ich sie so liebe. Und dann die anderen, die Schreckens-Momente, wenn wir unterwegs sind und Linus plötzlich verschwunden scheint. Oder die Nächte in denen mir plötzlich die schlimmen Gedanken kommen „Was wäre wenn…“ Aber gut, das gehört zum Leben dazu, ich hoffe inständig, dass wir ein solches Schicksal nicht erleben müssen und immer oder zumindest meistens mit Freude auf unsere Kinder schauen können.